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Elektrobusse für Hamburg & Berlin, Madrid setzt auf Gas

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In den vergangenen Tagen haben die Verantwortlichen für den ÖPNV in diversen europäischen Städten ihr Umdenken dokumentiert. Die Hamburger Hochbahn AG bestellt in einem Großauftrag 20 Elektrobusse Mercedes-Benz eCitaro. Das ist die bisher größte Einzelorder eines deutschen Verkehrsbetriebs für vollelektrisch angetriebene Omnibusse.

Fast zeitgleich kam für die Stuttgarter ein zweiter Auftrag, dieses Mal aus Berlin: Die dortigen Berliner Verkehrsbetriebe BVG bestellte weitere 15 Exemplare des vollelektrisch angetriebenen eCitaro. Sie werden ab dem ersten Quartal 2019 geliefert. Auf Gas setzt der Verkehrsbetrieb EMT der spanischen Hauptstadt Madrid. Dort werden in den kommenden zwei Jahren insgesamt 276 Stadtbusse des Typs Mercedes‑Benz Citaro NGT mit Gasantrieb ausgeliefert.

Ein sauberer ÖPNV ist die Basis für reinere Luft in unseren Städten

Wie wichtig diese Umstellungen im öffentlichen Nahverkehr sind, zeigt die einfache Berechnung. In einem Bus finden zwischen 80 und 150 Personen Platz. Bei der morgendlichen Fahrt mit dem PKW ins Büro sitzen in selbigem im Schnitt lediglich 1,2 Personen. Auf der abendlichen Rückfahrt passiert dann genau das Gleiche. Da fällt es nicht schwer zu verstehen, weshalb ein sauberer ÖPNV die Basis für bessere Luft in unseren Städten bildet. In einer S-Bahn oder U-Bahn kann man diese Zahlen beliebig weiter hochrechnen.

Und genau deshalb gilt es bei all dem derzeitigen Hype um E-Scooter und E-Bikes vor allem bei den Anbietern des öffentlichen Nahverkehrs konsequent in sauberere Technologien zu investieren. Drei europäische Großstädte machen das in diesen Tagen vor.

Die Hansestadt Hamburg platziert größte Order von Elektrobussen

Der erste serienreife Elektrobus rollt durch die Hansestadt Hamburg. Damit beginnt der konsequente Umbau der kompletten rund 1.000 Busse umfassenden Flotte der Hamburger Hochbahn AG. Im vergangenen Jahr hatten die Hamburger die Lieferung von 60 serienreifen Elektrobussen für die Jahre 2019 und 2020 europaweit ausgeschrieben. Die ersten 30 Busse (20 eCitaro von Mercedes-Benz und 10 Urbino nE12 von Solaris) wurden Anfang Mai bestellt. Es war die bis dahin größte Einzelorder eines deutschen Verkehrsbetriebes für Elektrobusse. Die Lieferung der nächsten 30 Fahrzeuge erfolgt 2020. 

Bis zum Jahr 2030 soll dann der gesamte Fuhrpark der Hochbahn auf emissionsfreie Antriebe umgestellt werden. Till Oberwörder, Leiter Daimler Buses erklärte dazu: „Die Hamburger Hochbahn AG ist einer der anerkannten Vorreiter für alternative Antriebe im ÖPNV. Wir haben dafür mit dem neuen eCitaro ein durchdachtes und ausgereiftes Stadtbuskonzept entwickelt, dass die Elektromobilität in Städten entscheidend vorantreibt.“

Die modular aufgebauten Batteriepakete verfügen über eine Gesamtkapazität von bis zu 243 kWh. Sie werden im eCitaro auf Idealtemperatur gekühlt, das bedeutet maximale Aufladung, höchste nutzbare Kapazität und lange Lebensdauer. Die Aufladung der Akkus erfolgt per Stecker im Depot. Sie treiben zwei radnabennahe Elektromotoren an.

Berlin baut auf einen Rahmenvertrag

Interessant ist die Vorgehensweise in Berlin. Dort hatte der BVG-Aufsichtsrat bereits im April dem Zuschlag an Mercedes-Benz zugestimmt. Auf Basis geschlossener Rahmenverträge kann die BVG bis zu 600 Gelenkbusse sowie bis zu 350 Eindecker beschaffen, das Ganze jedoch ohne eine Abnahmeverpflichtung. Und das ist der Hintergrund: die Struktur der Beschaffung ist abhängig von der Marktentwicklung bei E-Bussen. Je schneller deren Hochlauf erfolgt, desto weniger der konventionell betriebenen Fahrzeuge wird die BVG abrufen. Die ersten 15 eCitaro Stadtbusse sind also erst der Anfang und werden dann mit weiter steigenden Reichweiten sukzessive aufgestockt.

„Mit diesen modernen und komfortablen Bussen bleibt unser Fuhrpark auf der Höhe der Zeit“, sagte Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVG. Und so können die Berliner „dank flexibler Rahmenverträge konsequent unsere Strategie zur Umstellung unserer Busflotte auf Elektroantrieb weiterverfolgen“.

Madrid setzt auf Gas

Aus Madrid erfolgt bereits der vierte Großauftrag für den Bushersteller aus Stuttgart in kurzer Folge. Vor zwei Jahren hatte EMT bereits die ersten 82 Stadtbusse des damals neu vorgestellten Citaro NGT bestellt. Im Folgejahr orderte das Unternehmen weitere 314 Omnibusse.

Zusammen mit dem aktuellen Auftrag werden ab dem Jahr 2020 insgesamt 672 umweltfreundliche Citaro NGT in Madrid fahren. Bei Verwendung von Bio‑Erdgas fährt ein Erdgasbus sogar nahezu CO2-neutral. Darüber hinaus liegen seine Geräuschemissionen bis zu 4 dB(A) niedriger. Das entspricht etwa einer Halbierung des subjektiv empfundenen Geräuschniveaus. Daher eignet sich der Citaro NGT ideal für den Einsatz in hochbelasteten Städten und Metropolregionen.

Drei verschiedene Vorgehensweisen in Hamburg, Berlin und Madrid zeigen, wie zügig diese Umstellung der Busflotten in Großstädten angegangen werden kann. Die Zeit für Ausreden wie zu niedrige Reichweiten der Elektrobusse ist vorbei. Der ÖPNV spielt ein ganz wichtige Rolle bei der zukünftigen Sauberkeit in Städten, die drei oben genannten Städte machen es vor.

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